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Ambulante Schlaganfallversorgung

In Tirol gibt es circa 1.700 Schlaganfälle im Jahr. Ungefähr 6.000 Menschen leben mit den Folgen nach einem Schlaganfall. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung werden diese Zahlen noch deutlich steigen. Nicht nur ältere Menschen können einen Schlaganfall erleiden. Ungefähr ein Zehntel der Betroffenen ist jünger als 55 Jahre.

Ambulante Schlaganfallversorgung

Beim Krankheitsbild des Schlaganfalls zählt rasche Hilfe. Dies gilt für die Erstversorgung in gleicher Weise wie für die Rehabilitation.

Je früher die Rehabilitationsmaßnahmen nach der Akutversorgung beim Schlaganfall beginnen, desto besser ist der Behandlungserfolg für die Patienten.

Zur Optimierung der Versorgung von Menschen nach einem akuten Schlaganfallereignis wurde vor 10 Jahren vom Tiroler Gesundheitsfonds der „Integrierte Patientenpfad/Behandlungspfad Schlaganfall“ ins Leben gerufen.

Dieser Behandlungspfad fokussiert auf Patientenorientierung im Rahmen einer evidenzbasierten Versorgungskette.

Die ambulante Schlaganfallversorgung ist ein Nachsorgeprogramm für Menschen nach einem akuten Schlaganfallereignis, das wohnortnah, häufig sogar im häuslichen Umfeld der Patienten durchgeführt wird. 

Die ambulante Schlaganfallversorgung ist Teil des Behandlungspfades/Patientenpfad Schlaganfall Tirol.

In den Bezirken Landeck, Imst, Reutte, Kufstein, Kitzbühel, Schwaz und Lienz können Menschen nach einem akuten Schlaganfallereignis bereits eine ambulante Nachsorge in Anspruch nehmen.

Durch die Etablierung der ambulanten Schlaganfallversorgung in Innsbruck Stadt und Bezirk Innsbruck Land wird das Land Tirol mit Anfang 2020 flächendeckend versorgt.

Die ambulante Schlaganfallversorgung Tirol wird gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern, der Abteilung Soziales des Landes Tirol und dem Tiroler Gesundheitsfonds umgesetzt.

Wie funktioniert die ambulante Schlaganfallversorgung?

Die Entscheidung für eine ambulante Schlaganfallversorgung wird durch die behandelnden Ärzte im Akutkrankenhaus bzw. der stationären Rehabilitation gemeinsam mit den Patienten getroffen.

Durch das Akutkrankenhaus oder das stationäre Rehabilitationszentrum erfolgt die Anmeldung bei einem lokalen Koordinator, der in Folge das Behandlungsteam bestehend aus niedergelassenen Therapeuten, niedergelassenen Fach- und Hausärzten, mobilen Pflege- und Betreuungsorganisationen und den Altenwohn- und Pflegeheimen abstimmt.

Die ambulante Schlaganfallversorgung erfolgt großteils aufsuchend. Dadurch können die gemeinsam gesetzten Rehabilitationsziele optimal mit dem Patienten im eigenen Lebensumfeld erarbeitet und umgesetzt werden.

Dieses föderale Versorgungskonzept im häuslichen Umfeld ist österreichweit einzigartig und stellt einen besonderen Gewinn für die Patienten sowie für die Angehörigen dar.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung der Partner.

Netzwerktreffen in allen Bezirken fördern die Kommunikation und den direkten Austausch untereinander. Eine digitale Kommunikations- und Dokumentationsplattform unterstützt die Prozesse der ambulanten Schlaganfallversorgung. 

Ziel des Versorgungsprogramms ist eine Verbesserung und Nachhaltigkeit des Behandlungserfolges für die Patienten nach der Akutbehandlung im Krankenhaus, der Akutnachbehandlung bzw. der stationären Rehabilitation durch eine optimale Abstimmung der weiterführenden Behandlung im ambulanten Bereich.